Alarm und Ausrückeordnung

Die Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) legt fest, mit welchen Einsatzmitteln (Fahrzeuge und Geräte) auf die verschiedenen Einsatzszenarien reagiert wird. Zur Einordnung der Vielzahl möglicher Einsatzmeldungen im Bereich Brand und Technische Hilfeleistungseinsätze stehen ca. 40 Einsatzstichwörter zur Verfügung. Zu jedem Einsatz-Stichwort ist im Einsatzleitrechner in der Leitstelle des Kreises Olpe eine entsprechende Einsatzmittelkette hinterlegt.

 

Auf Grund des zunehmenden "Arbeitstourismus" der vergangenen Jahre stehen den Feuerwehren tagsüber nicht mehr soviel Personal zur Verfügung wie früher. Dies hatte zur Folge, das die Alarm und Ausrückeordnung entsprechend angepasst werden musste, um ein gewisses Maß an Personalsicherheit zu gewährleisten.

 

Ziel der QUALM (qualifikationsabhängige Alarmierung) ist es, das zu den personalschwachen Zeiten von vorne herein mehr Personal alarmiert um Verzögerungen, die sich durch eine Nachalarmierung ergeben, zu vermeiden. Zudem wurden die Ausrückefolgen überarbeitet und optimiert, so das immer die zum Schadenort nächst gelegene Feuerwehr alarmiert wird. Dadurch werden bei der QUALM nicht mehr unbedingt nach Löschzügen im verwaltungstechnischen Sinne die Einsatzkräfte zusammengestellt, sondern so, wie am schnellsten die für ein bestimmtes Stichwort erforderlichen Qualifikationen und entsprechendes Personal erreicht werden. In einigen Gebieten der Nachbarkommunen, die tagsüber personell auch nicht so stark sind, kommt es zudem zu einer interkommunalen Zusammenarbeit. Am 26.02.2006 wurde diese neue AAO nach QUALM in Dienst genommen und sollte zunächst ein Jahr als Pilotprojekt laufen. Aber schon nach wenigen Wochen stellte sich heraus, das sich diese Konzept bewährt und auch nach Abschluß der Pilotphase weitergeführt werden soll.Mittlerweile haben auch die Feuerwehren der Städte Attendorn, Drolshagen, Olpe und der Gemeinden Finnentrop, Kirchhundem und Wenden auf diese Form der AAO umgestellt.

 

Bei der bisherigen Alarmierung von Feuerwehren suchte der Einsatzleitrechner entsprechend der AAO nach Fahrzeugtypen, z.B. Typ 21 für ein TLF. Bei der QUALM wird nicht mehr nach Fahrzeugtypen, sondern nach ihrer Qualifikation gesucht. Qualifikationen in dem Sinne sind: Wasser (bis 1000 Liter), Tank (über 1000 Liter), Hydraulik (Schere und Spreizer), Schlauch, ELW, GWG, DLK, RW. Das Personalstärke wird in Zahlenwerten wie folgt ausgedrückt: 

 

Einheit Wert
Staffel 5
Gruppe 10
Löschzug 20
2 Löschzüge 40

 

Diese Werte finden sich später bei der Ermittlung des Personalbedarfs wieder. Die Begriffe Gruppe und Zug beziehen sich hierbei auf die taktischen Einsatzwerte, nicht auf die Löschgruppen und Löschzüge im verwaltungstechnischen Sinne. Die Löschgruppen, die tagsüber kein Personal zur Verfügung haben, erhalten den Personalwert 1 und werden trotzdem alarmiert, da sich doch vielleicht der eine oder andere im Ort aufhält, diese Löschgruppe wird allerdings bei der Ermittlung der erforderlichen Personalstärke durch den Einsatzleitrechner nicht weiter ins Gewicht fallen.

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